Figurenlexikon

Hier finden Sie Informationen zu den Figuren in «Bergünerstein»: Hat die Person wirklich gelebt, oder hat die Autorin sie erfunden? Wann hat sie gelebt? Was weiss man über sie?

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Salis-Seewis (Familie)

Die Seewiser Linie der Famile von Salis entstand durch die Heirat von Hieronymus Dietegen von Salis-Soglio (1560–1628) mit Anna Enderlin von Montzwick im Jahr 1593. Gemäss Ehevertrag musste sich Hieronymus Dietegen mit seiner Familie in Seewis oder Grüsch niederlassen, in der Nähe der Verwandten seiner Frau, und auch all seinen Besitz dorthin transferieren. Er verkaufte deshalb seine Güter in Soglio seinem Bruder, Vicari Albert Dietegen (1573–1616).

Spaniolische Salis

In seinen «Denkwürdigkeiten» schreibt Ulysses von Salis-Marschlins, die Brüder Albert und Hieronymus seien die einzigen Angehörigen der Familie Salis gewesen, die während der Bündner Wirren auf Seiten der Planta gestanden hätten. Für Hieronymus' Frau Anna Enderlin, die wahrscheinlich einem pro-venedischen Zweig der Enderlin von Montzwick angehörte, muss das sehr schwierig gewesen sein. (Diese Vermutung basiert auf den Angaben in der unten angeführten Abhandlung über die Stürviser Geschlechter von Anton Mooser; weitere Hinweise zur Herkunft der Anna Enderlin nehmen wir gerne auf dem Offenen Platz entgegen!)

Wohnort unbekannt

In welchem Haus die Familie Salis-Seewis zur Zeit der Handlung von Band I residierte, ist unbekannt, denn Seewis brannte im September 1621 fast vollständig nieder. Daraufhin erbaute der Sohn, Dietegen «der Fromme», das «Schloss», das 1690 erneuert und durch einen erneuten Dorfbrand 1863 zerstört wurde.

Bad Ganey

Die Familie Salis-Seewis besass das Bad in Ganey viele Jahre lang. In seiner Werbeschrift über das Bad berichtet Pfarrer Saluz, Landvogt Dietegen von Salis und seine Frau, Regina Roth von Schreckenstein (die Eltern von Hieronymus und Albert Dietegen), hätten 14 Jahre lang keine Kinder bekommen, dann aber, nach Besuch des Bades, habe Frau von Salis noch sechs Söhne geboren. In der Stammtafel der Familie Salis-Seewis sind zwar nur zwei Söhne verzeichnet, aber das Bad war dennoch vor allem wegen seiner heilsamen Wirkung gegen Unfruchtbarkeit bekannt.

Die Familie Salis-Seewis war mit derjenigen von Salis-Grüsch entfernt verwandt: der Grossvater von Hieronymus und Albert Dietegen, Dieteganus Magnus von Salis-Soglio, war der Bruder von Rudolf von Salis, dem Urgrossvater des Hercules von Salis-Grüsch, der 1620 in Venedig verstarb. Vgl. dazu die Stammbäume «Die Familien Salis in Band I» und «Der Gubertusstamm».

 

Literatur

von Salis-Soglio, Niklaus: Notizen zu einer neuen Genealogie. Staatsarchiv Graubünden, Signatur D VI So [21/124] II.A.2., Heft VII, S. 55-65.

Stammtafeln der Familie Salis auf www.salis.com.es (Tafel 25 für die Familie Salis-Seewis, Tafel 10 für die Verbindung zwischen den Salis von Seewis und denen von Grüsch).

Meng, J. Ulrich: Vom alten Bad Ganey. Bündner Jahrbuch, 1982.

Mooser, Anton: Die Walsersiedlung Stürvis und ihr Verschwinden; Verzweigung und Verbreitung der Stürviser Geschlechter [Schluss]. Bündnerisches Monatsblatt, 1939.